Micron hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 außergewöhnlich starke Ergebnisse vorgelegt und sowohl die eigene Prognose als auch die Erwartungen des Marktes klar übertroffen. Der Umsatz erreichte 23,9 Mrd. USD, was einem Anstieg von 196% gegenüber dem Vorjahr und 75% gegenüber dem Vorquartal entspricht. Gleichzeitig stieg die Bruttomarge auf rund 75% und der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 12,20 USD. Auch der bereinigte Free Cashflow markierte mit 6,9 Mrd. USD einen neuen Höchstwert.
KI-Nachfrage treibt das Geschäft in fast allen Segmenten
Treiber dieser Entwicklung war vor allem die anhaltend hohe Nachfrage nach Speicherlösungen für KI-Rechenzentren. Das DRAM-Geschäft erzielte im Quartal einen Rekordumsatz von 18,8 Mrd. USD und machte damit 79% des Konzernumsatzes aus. Besonders stark entwickelte sich das Cloud-Memory-Segment mit 7,7 Mrd. USD Umsatz, während auch das Core-Data-Center-Geschäft und die Segmente Mobile und Client deutlich zulegten. Micron profitiert dabei von der strategisch immer wichtigeren Rolle von Speicher im KI-Zeitalter: Moderne KI-Beschleuniger benötigen große Mengen an High Bandwidth Memory (HBM) und anderen Hochleistungsspeichern, um Rechenleistung überhaupt effizient nutzen zu können.
HBM, Preissetzungsmacht und operative Hebel sorgen für Rekordmargen
Neben dem starken Mengenwachstum profitierte Micron im Quartal von deutlich höheren Preisen bei DRAM und NAND sowie von einem vorteilhaften Produktmix. Das Management sprach von weiterhin engen Angebotsbedingungen in der Industrie. Besonders wichtig ist aus unserer Sicht, dass sich Micron damit immer stärker von der klassischen Wahrnehmung eines rein zyklischen Commodity-Speicherherstellers löst. Je größer der Anteil technologisch anspruchsvoller Produkte wie HBM, desto stärker steigen Preissetzungsmacht, Visibilität und strukturelle Profitabilität.
Auch der Ausblick signalisiert eine weitere Beschleunigung
Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 erwartet Micron einen Umsatz von 33,5 Mrd. USD sowie eine Bruttomarge von rund 81%. Damit würde das Unternehmen bereits im kommenden Quartal erneut deutliche Rekorde erreichen. Gleichzeitig erhöht Micron die Investitionen in die globale Fertigungskapazität und will im Geschäftsjahr 2026 mehr als 25 Mrd. USD investieren. Micron erklärte zudem , mit Kunden an strategischen mehrjährigen Liefervereinbarungen zu arbeiten und bereits die erste fünfjährige Vereinbarung unterzeichnet zu haben, was die Visibilität zusätzlich erhöhen könnte. Die Anhebung der Quartalsdividende um 30% unterstreicht zudem das Vertrauen des Managements in die Nachhaltigkeit der aktuellen Dynamik.
Unsere Einschätzung: Die Investmentthese gewinnt weiter an Stärke
Die Ergebnisse bestätigen aus unserer Sicht die zentrale TEQ-Investmenthypothese zu Micron: Speicher wird im KI-Zeitalter vom austauschbaren Bauteil zum strategischen Engpass. Genau daraus ergeben sich für führende Anbieter wie Micron überdurchschnittliches Wachstum, steigende Margen und potenziell eine geringere Zyklik als in früheren Marktphasen. Nach den Ergebnissen sehen wir Micron weiterhin als einen der wichtigsten Profiteure der globalen KI-Infrastrukturwelle.